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Eine außergewöhnliche Sitzung des AIDP-Vorstands

Die französische Justizministerin Christiane Taubira nahm auf Einladung der Internationalen Strafrechtsgesellschaft (AIDP) an einem offiziellen Abendessen teil. Anlass dessen war die jährliche Vorstandssitzung, die am 12. und 13. Juni 2015 in Paris stattfand.

Es war ein Novum für den Vorstand der AIDP, die französische Justizministerin Christiane Taubira bei einem offiziellen Abendessen der Strafrechtsgesellschaft begrüßen zu können. Dieses Abendessen fand zum Abschluss des ersten Arbeitstages am Freitag, den 12. Juni statt. Der Präsident der AIDP, John Vervaele, begrüßte sie und wies darauf hin, dass diejenigen Werte, die auch für Christiane Taubira eine Herzensangelegenheit seien – nämlich die Achtung der Menschenrechte und die individuelle Bestimmung der Verantwortlichkeit – von der AIDP seit ihrer Gründung im Jahr
1924 geteilt würden. Er brachte seine Dankbarkeit für die Anwesenheit der Ministerin zum Ausdruck, welche die hervorgehobene Rolle unterstreiche, die die AIDP unter den strafrechtswissenschaftlichen Vereinigung spiele.

Der Ehrenpräsident der AIDP, M. Cherif Bassiouni, erinnerte an die Geschichte der AIDP im 20. Jahrhundert und an diejenigen herausgehobenen Persönlichkeiten, die das Strafrecht und das Völkerstrafrecht in dieser turbulenten Zeit maßgeblich geprägt haben, und die allesamt Mitglieder der AIDP gewesen seien. Er stellte eine Sammlung der Archive der AIDP mit dem Titel "International Association of Penal Law – A Historic Record 1889-2014"
vor. Dieses 500-seitige Buch enthält die Gründungsdokumente der AIDP sowie bislang unveröffentlichtes Material, so das Protokoll einer Sitzung am Rande der Nürnberger Prozesse, und die Mitteilungen der Päpste Pius XII., Paul VI.
und Franziskus aus Anlass der Internationalen Strafrechtskongresse der AIDP oder der Privataudienzen, die sie Vertretern der AIDP gewährten.

Justizministerin Taubira, die eine umfassende Strafrechtsreform in Frankreich initiiert hatte, erläuterte mit ihrer berühmten rhetorischen Begabung die Prinzipien, die dem 2014 in Kraft getretenen Reformgesetz zu Grunde gelegt wurden, und plädierte für eine Sicht des Strafrechts, welche sich der Resozialisierung der Verurteilten und der individuellen Bestimmung der Verantwortlichkeit verpflichtet sehe.

So wie jedes Jahr seit 1924 fand die Vorstandssitzung der AIDP in den Räumlichkeiten des höchsten französischen Gerichts, dem Cour de Cassation, statt, um die Aktivitäten der Strafrechtsgesellschaft und ihrer Landesgruppen zu besprechen.

Vertreter der Landesgruppen aus den verschiedenen Gegenden der Welt nahmen an der Vorstandssitzung teil, namentlich aus Ägypten, Albanien, Argentinien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Iran, Italien, Japan, den Niederlanden, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden Serbien, Spanien und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Der nächste Internationale Strafrechtskongress wird sich 2019 dem Thema "Wirtschaftsunternehmen und Strafrecht" widmen. Der Ort des Kongresses muss noch bestimmt werden; Italien und Österreich haben ihr Interesse bekundet, diesen Strafrechtskongress zu organisieren.

Der Vorstand nahm eine neue wissenschaftliche Strategie und eine neue Publikationsstrategie an. Informationen hierzu werden bald auf der Website der AIDP veröffentlicht werden.

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